Werte in unserer Gesellschaft

Pädagogen und Gesellschaftstheoretiker wie auch normale Bürger fangen immer dann wieder eine Wertdiskussion in unserer Gesellschaft an, wenn ein meist tragisches Ereignis den Anlass dazu gab. Allerorten jedenfalls ist von Werteverlust die Rede, die vor allem die Verrohung der Gesellschaft diagnostiziert und ihr entgegen wirken möchte.

Aber auch gegenüber Unternehmen, die ihre Absatzzahlen ständig steigern müssen, um z.B. an der Börse zu bestehen und dabei nach immer günstigeren Produktionsbedingungen suchen, die entweder räumlich oder personell zu definieren sind, wird die Wertediskussion neu entfacht.

Wie viele Unternehmen haben in den letzten Jahren aus Profitgründen ihre Produktionsstätten in Billiglohnländer verlegt, wohl wissend um die Leichtigkeit der Ausbeutung des Personals? Welche Werte außer denen der Gewinnmaximierung stellt ein solches Unternehmen in ihr Portfolio ein?

Vor allem im Hinblick auf die Erziehung von jungen Menschen, ihre Lebens-und Sozialperspektiven ist die Wertediskussion aber immer wieder neu in Gang gesetzt worden. Sind es die U-Bahn Schläger, die Amokläufer, etc., sie alle geben Anlass, das Thema stets zu aktualisieren.

Die Frage aber ist zunächst einmal, welche Ursachen dazu geführt haben, dass Werte, die so lange unreflektiert vorhanden waren, verloren gegangen sind. Welche Werte sind so eindeutig definiert, dass ihr Missbrauch ausgeschlossen war und ist? Was war gerade mit den Werten im 3. Reich geschehen? Und was danach? Welchen Einfluss haben die Studentenbewegung und die RAF auf die Wertediskussion gehabt? Waren sie die Urheber für den Verlust?

Müßig sind Schuldzuweisungen allein. Wichtig ist, sich über den Kanon zu verständigen und in den zeitlichen Kontext zu rücken und sich zu fragen, welche Werte und ihre Wiederbelebung man sich heute wünschen würde. Nicht aus Bequemlichkeit, um sagen zu können „es ist halt so“, sondern weil man selbst dahinter steht und glaubhaft für sie eintritt: zu jeder Zeit, an jedem Ort, gegenüber jedermann.

Mit welchem Beispiel uns Politiker oder Wirtschaftslenker vorangehen, ist nicht das Maß der Dinge, sondern wir selbst, ganz alleine sind es. Werte machen stark, gegen alle Anfechtungen, die Menschen und Begleitumstände mit sich bringen. Trotzdem und gerade deswegen ist es gut wenn Prominente sich für Werte einsetzen wie derzeit beispielsweise Ulrich Wickert. Kürzlich gab er auf der Frankfurter Buchmesse dem CLBO, dem Center for Leadership and Behavior in Organizations an der Goethe Universität Frankfurt, ein Interview in dem es um Führung und Werte in unserer Gesellschaft geht:

Außerdem ist Ulrich Wickert das Gesicht der Aktion Werte schaffen Werte, der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.